Privatinsolvenz

Privatinsolvenz / Schuldenfalle

Die Privatinsolvenz oder auch Verbraucherinsolvenzverfahren genannt, ist eine Verfahrensweise zur Abwicklung der Zahlungsunfähigkeit von Privatpersonen. Sie dient dem Hintergrund, dem Gläubiger eine anteilige Summe seines zahlungsunfähigen Schuldners einzuholen. Vorraussetzung für das mehrstufige Verfahren sind zum einen, dass Sie eine natürlich Person (Privatperson) sind und Sie keine selbstständige Tätigkeit ausüben. Es hat im Üppigen den Sinn, die verschuldete Person schrittweise aus den Schulden zu führen.
Ein Verbraucherinsolvenzverfahren ist möglich, wenn man überschuldet ist und die Verschuldung in den nächsten 6 Jahren, unter Berücksichtigung pfändbarer Summen nicht beglichen werden kann. Pfändbare Summen können Privateigentum wie Computer, Schmuck oder andere Wertgegenstände sein. Immobilien oder Fahrzeuge unterliegen im Falle einer enormen Verschuldung ebenfalls der Zwangsvollstreckung.

Bedeutung der Privatinsolvenz

Nach derzeitigen Schätzungen ist in etwa jeder zehnte Haushalt in Deutschland so schwer verschuldet, dass für den Schuldner keine Möglichkeit mehr besteht, die bestehende Schuldenlast allein zu tilgen.
Die Anzahl der Privatinsolventen hat sich in der Zeitspanne von 1999 bis zum Jahre 2003, etwa verzehnfacht. Die steigende Zahl ist von der Justiz kaum noch zu bewältigen. Die Ursachen dieser Entwicklung sind vielschichtig. Grundlegend kann man aber sagen, dass es die Möglichkeit der Restschuldbefreiung früher nicht gab. Die Restschuldbefreiung ist eine Variante, Zahlungsunfähige Personen nach einer festgesetzten Zeitspanne von deren finanziellen Verbindlichkeiten zu befreien. Man spricht auch von der sogenannten Wohlverhaltensphase, in der die zahlungsunfähigen Personen sich nichts zu schulden kommen lassen dürfen. Das bedeutet konkret, dass Sie in dieser Phase keine weiteren Schulden verursachen dürfen und sich an Ihre monatliche Ratentilgung halten müssen.

Verfahrensablauf

Das Verfahren der Privatinsolvent gliedert sich in 4 Abschnitte. Beginnend mit dem außergerichtlichen Einigungsversuch, in der der Schuldner mit einem Schuldenbereinigungsplan eine außergerichtliche Übereinkunft mit dem Gläubiger versucht. Gelingt das nicht, entfällt diese, und der Schuldner muss einen Insolvenzeröffnungsantrag beim Insolvenzgericht stellen. In Folge dessen beginnt die zweite Phase, in der dem Insolvenzgericht der Antrag mit einer Bescheinigung über das Scheitern der außergerichtlichen Einigung vorgelegt werden muss. Ferner muss der Schuldner einen Antrag auf Restschulbefreiung stellen oder eine Erklärung, dass keine Restschuldbefreiung beantragt werden soll abgeben. Letztlich benötigt das Gericht noch eine Vermögensübersicht und einen Schuldenbereinigungsplan. Das Gericht prüft nach vorlag aller Unterlagen ob der Schuldenbereinigungsplan durchführbar ist und somit auch gelingen kann. Liegt eine Variante der Schuldentilgung vor, wird der Plan sowie die Übersicht des Vermögens an die Gläubiger versand. Die Gläubiger haben nun die Anordnung innerhalb einer Frist von 4 Wochen, eine schriftliche Stellungnahme abzugeben. Indem mindestens 50 % der Gläubiger zustimmen, kann der Antrag genehmigt werden. Scheitern alle Vorhaben, indem die Gläubiger ablehnen, wird die 3. Phase, das sogenannte vereinfachte Insolventverfahren eingeleitet. Hierbei wird das verwertbare Vermögen des Schuldners gepfändet und der Gewinn, unter Berücksichtigung der Verwaltungskosten an die Gläubiger ausgezahlt. Die Letzte Phase der Privatinsolvenz, ist der Anschnitt, der schon oben angeschprochenen Restschuldbefreiung mit Wohlverhaltensphase, in der der Schuldner die Vorlagen des Gerichts eingehalten muss.

Gründe für die Schuldenfalle

Vor allem junge Menschen, fallen durch das reiche Konsumangebot und interessante Finanzierungsmöglichkeiten schnell in die Schuldenfalle. Exzessives telefonieren oder der so genannte Konsumrausch führen schnell zu einer Überschuldung. Andere Gründen können Verlust des Arbeitsplatzes, Krankheit oder Tot von Angehörigen sein, die die Menschen schnell in ein tiefes Loch der Verzweiflung fallen lassen.

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