Dispokredit

Viele Millionen Verbraucher in Deutschland besitzen nicht nur ein Girokonto, sondern nutzen darüber hinaus den auf dem Konto zur Verfügung gestellten Dispokredit. Der Dispositionskredit ist allerdings kein „fester“ Kredit, wie zum Beispiel der Ratenkredit, sondern es handelt sich um eine Kreditlinie, auch als Kreditrahmen bezeichnet, die auf dem Girokonto eingerichtet werden kann. Innerhalb dieser Linie kann der Kunde dann im Folgenden frei entscheiden, in welcher Höhe er sein Konto überziehen möchte und somit gleichzeitig automatisch den Dispositionskredit nutzen möchte.

Was sind Voraussetzungen für den Erhalt eines Dispokredites?

Auch wenn sehr viele Verbraucher einen Dispokredit nutzen können, so ist die Vergabe seitens der Kreditinstitute natürlich dennoch an Bedingungen geknüpft. Zwei wesentliche Bedingungen müssen neben der Volljährigkeit des Kontoinhabers nahezu ohne Ausnahme erfüllt sein, wenn es sich um deutsche Banken als kontoführende Institute handelt. Die erste Voraussetzung für das Einräumen eines Dispositionskredites besteht darin, dass der Kontoinhaber und Antragsteller keine negativen Einträge in der Schufa haben darf. Auch eine Verweigerung der Erlaubnis zum Einholen einer Schufa-Auskunft von Seiten des Kunden aus wird meistens als „negativ“ angesehen und führt zur Ablehnung des Antrages auf einen Dispositionskredit. Die zweite Voraussetzung, welche ebenfalls praktisch ohne Ausnahme erfüllt sein muss, ist das Vorhandensein eines festen/geregelten Einkommens. Mitunter wird es bereits für Selbständige problematisch einen Dispokredit zu erhalten, da zwar Einnahmen vorhanden sind, diese aber oftmals von der Höhe her stark schwanken. Arbeitnehmer haben hingegen aufgrund ihres Gehaltes selten Probleme, bei ansonsten vorhandener Bonität einen Dispokredit zu erhalten.

In welcher Höhe man den Dispokredit nutzen kann

Der Dispokredit als Kreditrahmen ist auch von der Höhe her in gewissem Umfang zwischen Bank und Kunde frei „verhandelbar“. Allerdings orientiert sich die zur Verfügung stellende Bank natürlich an der Höhe des Einkommens, welches der Kunde monatlich auf deinem Girokonto verbucht bekommt. Als „Goldene Regel“ hat sich seit vielen Jahren bei den Banken durchgesetzt, dass der Dispokredit maximal so hoch ist, wie das dreifache Monatseinkommen (netto) des Kontoinhabers. Verfügt man zum Beispiel über ein Monatsgehalt von netto 2.500 Euro, so stellen die meisten Banken ohne weitere Nachfragen bis zu 7.500 Euro als Kreditlinie zur Verfügung, falls zudem auch die Schufa „in Ordnung“ ist. Unter gegebenen Umständen sind natürlich auch darüber hinaus gehende Kreditlinien möglich, und ein geringerer Dispo-Rahmen ist ohnehin jederzeit zu vereinbaren.

Die Vor- und Nachteile des Dispositionskredites

Oftmals stehen Kunden vor der Entscheidung weiterhin den Dispokredit zu nutzen oder einen Ratenkredit aufzunehmen. Der Vorteil liegt beim Dispositionskredit natürlich vor allem in der großen Flexibilität und der jederzeitigen Verfügbarkeit. Man muss sich nicht für die einen bestimmten Kreditbetrag entscheiden, wie beim Ratenkredit der Fall, sondern es kann frei innerhalb des eingeräumten Kreditrahmens verfügt werden. Zudem steht man nicht „unter Druck“, den Sollbetrag bis zum Tag X ausgeglichen haben zu müssen. Der große Nachteil des Dispokredites ist jedoch sein „Preis“. Bei keinem anderen Kredit muss man als Privatkunde einen so hohen Zinssatz wie beim Dispositionskredit zahlen, nämlich teilweise bis zu 13 Prozent aufs Jahr gerechnet. Daher ist es auch ratsam, den Dispokredit nicht über einen längeren Zeitraum mit einigen tausend Euro in Anspruch zu nehmen, sondern dann besser in einen deutlich günstigeren Ratenkredit umschulden.